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Fachlehrerin: Frau Reißner

Begriff und Anwendung

Lineare Optimierung beschäftigt sich mit der Optimierung einer linearen Zielfunktion z, welche durch Nebenbedingungen eingeschränkt ist. Es handelt sich dabei um ein System aus linearen Gleichungen und Ungleichungen.

Sie ist eines der Hauptverfahren des Operations Research Dies ist Teilgebiet der Angewandten Mathematik. (bzw. Operational Research).

Anwendungsgebiete sind z. B.


Grafisches Lösen

Beispiel:

Gegeben sind die folgenden Nebenbedingungen:

(1)  0 ≤ x ≤ 3

(2)  y ≥ 0

(3)  y −3 · x + 1 ≥ 0

(4)  2 · y ≤ 5 − 4 · x

Es gilt: x ∈ R.

Die Zielfunktion z lautet: z = 2 · x + 3 · y → Maximieren

Beim grafischen Lösen werden die Nebenbedingungen im Koordinatensystem eingetragen und die gemeinsame Punktmenge bestimmt. Diese wird auch Planungsvieleck genannt. Die Eckpunkte können das gesuchte Ziel sein.

Grafische Darstellung der Nebenbedingungen
Grafische Lösung des Beispiels mit Planungsvieleck

Beim Auffinden des Planungsvielecks kann es hilfreich sein, die relevante Lösungsmenge einer Nebenbedingung durch Pfeile zu kennzeichnen. Die Gerade selbst erfüllt die Gleichung y = m · x + n. Um die richtige Punktmenge der Ungleichung y > m · x + n oder y < m · x + n zu finden, setzt man einen beliebigen Wert für x ein und berechnet y.
Beispielsweise gilt für x = 0 in Gleichung (3): y + 1 ≥ 0. Damit erfüllen alle y größer als -1 die Ungleichung.

Wenn man den GTR verwendet, so schraffiert dieser die Lösungsmenge, wenn man einen anderen Typ als "=" einstellt.

Nun werden für alle gewonnenen Eckpunkte des Planungsvielecks die Werte für z berechnet. Hierfür müssen zunächst die Koordinaten der Punkte berechnet werden.

Die Funktion z besitzt ihr Maximum bei x = 0 und y = 2,5.


Simplex-Algorithmus

Die grafische Lösung ist bei geeigneten Zahlenwerten und zwei Variablen einsetzbar. Ab drei Variablen ist eine rechnerische Suche nach der Lösung sinnvoll.

Die (Un)Gleichungen anpassen

Um das Simplex-Verfahren verwenden zu können, muss für alle Variablen gelten, dass ihre Werte positiv sind (≥0). Alle Ungleichungen müssen so umgestellt werden, dass sich alle Variablen auf der linken Seite befinden und ein ≤-Zeichen besitzen. Alle Absolutglieder befinden sich auf der rechten Seite.

Für das Beispiel ergeben sich folgende Ungleichungen:

(1)  x ≤ 3

(2)  3 · x − y ≤ 1 (Die Ungleichung wurde mit −1 multipliziert , um ein ≤ zu erhalten.)

(3)  4 · x + 2 · y ≤ 5

(4)  − 2 · x − 3 · y + z  = 0

Aus den bisherigen Ungleichungen (1) und (2) ergeben sich außerdem x ≥ 0 und y ≥ 0. Diese Nebenbedingungen sind die Voraussetzung für die Anwendung des Simplex-Verfahrens und werden in der folgenden Berechnung nicht mehr aufgeführt.

Schlupfvariablen einfügen

Durch sogenannte "Schlupfvariablen" werden die Ungleichheitszeichen beseitigt.

Für das Beispiel ergibt sich:

(1)  x + s1 = 3

(2)  3 · x − y + s2 = 1 (Die Ungleichung wurde mit −1 multipliziert , um ein ≤ zu erhalten.)

(3)  4 · x + 2 · y + s3  = 5

(4)  − 2 · x − 3 · y + z  = 0

Die Tabelle aufstellen

 xys1s2s3 zb
s11010003
s23−101001
s34200105
z−2−3000 00

Die Basislösung bestimmen

Man setzt x = 0 und y = 0 in die Gleichungen ein und berechnet die Schlupfvariablen sowie den Wert für z:
s1 = 3
s2 = 1
s3 = 5
z = 0

Eine Spalte mit einer Zeile tauschen

Für den Tausch wählt man die Variablenspalte aus, die in der Zielfunktion die größte gewünschte Änderung bewirkt.

Im Beispiel ist z zu maximieren. Die Variable y bringt mit dem Faktor 3 den größeren Wertzuwachs.

Man berechnet nun in jeder Zeile den Quotienten b/y. Die Zeile mit dem kleinsten positiven Wert wird zum Tausch ausgewählt. Das Element an der Kreuzung von Zeile und Spalte nennt man Pivotelement (PE).

 xys1s2s3 zbb/y
s11010 003n. l.
s23−10 1001−1
s34200 1052,5
z−2−30 00000

Die Zeilen müssen nun so umgeformt werden, dass in der Spalte y die Werte der Spalte s3 entstehen.

Zuerst dividiert man jedes Element der Pivotzeile durch das Pivotelement. Anschließend addiert bzw. subtrahiert man ein Vielfaches der Pivotzeile zu den restlichen Zeilen.

 xs3s1s2s3 zb
s11010 003
s2500 10,503,5
y2100 0,502,5
z400 01,507,5

In der Zeile s2 muss die Pivotzeile addiert werden. In der Zeile z wird das Dreifache der Pivotzeile addiert.

Aus der Tabelle ergibt sich in der Spalte b eine weitere Lösung: x = 0, y = 2,5 und z = 7,5.

Dieser Schritt wird solange wiederholt, bis sich in der Zeile z keine negativen Zahlen mehr befinden. Da dies im Beispiel der Fall ist, wurde das gesuchte Maximum gefunden.